Beeinflussung aus medizinischer Sicht

Vor allem die obstruktive Form der Apnoe sollte unbedingt behandelt werden, um Folgeerkrankungen zu vermeiden und möglichst viel Normalität im privaten sowie beruflichen Bereich zu schaffen. Denn wenn die Schlafapnoe unbehandelt bleibt, können viele weitere Erkrankungen entstehen, die in einem engen Verhältnis zur Schlafapnoe stehen.

Tagesmüdigkeit: An erster Stelle steht die extreme Tagesmüdigkeit. Sie führt dazu, dass die Betroffenen sich matt fühlen, unkonzentriert werden und unaufmerksamer sind. Dies trägt vor allem im Straßenverkehr in hohem Maße zu schweren Unfällen bei. Diese Erkrankung stellt zusammen mit Alkoholkonsum die häufigste Ursache für Unfälle im Straßenverkehr dar. Sobald Betroffene die Diagnose Schlafapnoe bekommen, sollten sie vor allem Berufe wie Lastkraftfahrer oder Taxifahrer meiden.

Diabetes: Das Risiko, an Diabetes zu erkranken, ist zudem sehr hoch. In etwa 40 bis 70% der Schlafapnoiker sind davon betroffen. Es handelt sich dabei um den Diabetes Typ II, welcher schwer einstellbar ist und viele weitere Folgeerkrankungen mit sich bringt. Vor allem die Änderung des Lebensstils kann dabei helfen, diesen Auswirkung vorzubeugen.

Bluthochdruck: Des Weiteren ist Schlafapnoe auch häufig mit einem zu hohen Blutdruck verbunden. Das liegt zu einem großen Teil an dem vorherrschendem Übergewicht, der mangelnden Bewegung und dem ungesundem Essverhalten. Der Bluthochdruck kann jedoch auch eine Folge der Erkrankung sein. Denn wenn der Körper Nacht für Nacht in einen Alarmzustand versetzt wird, wirkt sich dies äußerst negativ auf das autonome Nervensystem aus, welches für die Regulierung des Blutdrucks zuständig ist.

Herzerkrankungen: Durch den Bluthochdruck steigt die Gefahr natürlich erheblich an, einen Herzinfarkt zu erleiden, eine Herzerkrankung oder eine Herzrhythmusstörung zu entwickeln. Bei etwa 70% der Patienten, die an einer Herzschwäche leiden, ist eine Schlafapnoe nachweisbar. Außerdem nimmt das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, drastisch zu.

Beeinflussung im sozialen Leben

Partnerschaft: Die Beeinflussung im sozialen Leben sollte nicht unterschätzt werden. Zunächst einmal leidet vor allem die Partnerschaft unter dieser Erkrankung. Wenn der Betroffene nachts laut und unregelmäßig schnarcht, findet meist auch der Partner keine Ruhe und Erholung. Die Folge ist, wie beim Betroffenen selbst, Tagesmüdigkeit und Schlappheit. Zudem reagiert der Körper bei Schlafmangel oft mit einer erhöhten Reizbarkeit, sodass der Streit förmlich vorprogrammiert ist.

Um den Partner und die Partnerschaft im Allgemeinen zu entlasten, sollten Menschen, die die genannten Symptome aufweisen, unbedingt ärztlichen Rat aufsuchen. Denn durch die verschiedenen Therapieansätze ist es möglich, die Symptome der Schlafapnoe zu verringern.

Teilweise bringt jedoch auch die Therapie keine Entlastung für den Partner. Wenn der Betroffene beispielsweise eine Atemmaske tragen muss, bereitet das Atemgerät selbst ein störendes Geräusch. Sie brummen mit etwa 30 dB, was in etwa einem Alltagsgespräch entspricht. Um diesem Problem zu entgehen, muss oftmals ein zweites Schlafzimmer eingerichtet werden, damit der Partner Ruhe findet und der Körper sich erholen kann.

Schulleben: Schulkinder, die an Schlafapnoe leiden, sind in der Schule meist träge und lustlos. Sie haben keinen Antrieb mit anderen Kinder zu spielen und ziehen sich aus diesem Grund zurück. Da die anderen Kinder das Motiv jedoch verkennen, reagieren sie abweisend. Oft weisen diese Kinderzusätzlich schlechte Noten in der Schule auf, weil die Lehrer die Symptome nicht richtig deuten können. Daher ist es von großer Bedeutung, sowohl mit den Lehrern als auch mit den Mitschülern über diese Erkrankung zu sprechen.

Berufstätigkeit: Die Jobsuche gestaltet sich zudem auch teilweise als sehr schwierig. Manche Betroffene können ihren gelernten Beruf nicht mehr ausüben und müssen sich zwangsläufig umorientieren. Gerade ältere Menschen sind davon besonders betroffen, da sie oft keine neue Anstellung finden. Aber auch jüngere Menschen sind dadurch in der Berufswahl sehr eingeschränkt.