Erst Ursachen klären, dann handeln

Schnarchen kann verschiedene Ursachen haben, weshalb es kein universelles Mittel dagegen gibt. Um die Gründe abzuklären, kann man auf einige Methoden zur Selbstbeobachtung zurückgreifen oder den Partner bitten, auf mögliche Indikatoren zu achten. Dazu gehört beispielsweise, ob man nur in einer bestimmten Schlafposition schnarcht, ob Atemaussetzer oder schreckhaftes Erwachen mit Erstickungsgefühl beobachtet werden oder auch, ob man tagsüber in monotonen Situationen wie einem Vortrag leicht einnickt. Je nachdem, welche Symptome bei Ihnen zutreffen, gilt es, entsprechend zu handeln:

Schlafapnoe ausschließen

Um ernstere Ursachen täglicher Erschöpfung auszuschließen, wie etwa einer Schlafapnoe, ist der Gang zum Arzt, besser gesagt zu mehreren Ärzten, unerlässlich. Die Erwähnung von mehreren Ärzten erfolgt aus dem Grund, dass bei Schlafapnoe, aber auch beim Schnarchen, eine interdisziplinäre Behandlung verschiedener Ärzte erfolgen muss. Folgende Ärzte sollten Sie um Rat fragen:

  • Schlafmediziner (Somnologen) – oft sind das besonders weitergebildete Lungenärzte (Pneumologen).
  • Hals-Nasen-Ohrenarzt, der ggf. auch schlafmedizinisch weitergebildet ist.
  • Auf dem Gebiet spezialisierter Zahnarzt
  • Bei Verdacht auf Schlafapnoe ein in dem Bereich erfahrener Internist oder Kardiologe

Selbsthilfe

Ernährung umstellen

Schweres Essen am Abend und Übergewicht lässt einen schlecht einschlafen und drückt auf die Atemwege, wodurch Schnarchen gefördert wird. Stellen Sie Ihre Ernährung um und reduzieren Sie eventuelles Übergewicht, um dem entgegenzuwirken.

Alkoholkonsum reduzieren

Gleiches gilt für den Alkoholkonsum. Reduzieren Sie, wenn festgestellt wurde, dass nach Alkoholverzehr das Schnarchen auftritt, die Menge, die Sie trinken. Verringerte Muskelspannung durch den Alkohol führt nämlich dazu, dass Sie weniger Luft bekommen und somit schnarchen.

Andere Schlafposition wählen

Wenn Ihr Partner feststellt, dass Sie in Rückenlage schnarchen, kann das daran liegen, dass die Zunge durch die Entspannung nach hinten rutscht und somit den Luftweg versperrt. Wählen Sie eine andere Schlafposition und das Problem sollte gelöst sein.

Allgemeine Schlafqualität verbessern

Durch eine verbesserte Schlafqualität kann Schnarchen vorgebeugt werden oder aber die Belastung dadurch minimiert werden. Sorgen Sie für einen abgedunkelten, leisen Raum mit mäßigen Temperaturen und für ein optimales System aus Matratze und Lattenrost. Auch das Schlafengehen zu regelmäßigen Zeiten kann helfen, die Qualität Ihres Schlafes zu verbessern.

Mittel gegen Schnarchen

Die folgenden aufgelisteten Mittel stellen sicher eine temporäre Lösung mancher Schnarchprobleme dar, sind jedoch keine dauerhafte Alternative, da viele von ihnen Nebenwirkungen haben. Eine Anwendung sollte deshalb mit einem Arzt besprochen werden und eventuell für eine langfristige Besserung ein medizinischer Eingriff geplant werden.

Erwärmbare Zahnschienen

Es gibt im Handel frei verkäufliche Bissschienen, die durch Erwärmung angepasst werden können. Sie sollen den Unterkiefer vorziehen und so die Zunge aus den Atemwegen heraushalten. Solche Schienen sollen als Alternative zu professionell hergestellten Produkten dienen und funktionieren auch meistens, sind aber oft klobig und nicht stabil und gleichmäßig auf den Zähnen zu halten. Zudem kann es zu Kiefergelenksschmerzen und Zahnstellungsänderungen kommen.

Nasenklammern

Nasenklammern können nur helfen, wenn die Ursache des Schnarchens im Bereich des Naseneingangs liegt. Besonders hier würde sich jedoch ein HNO-chirurgischer Eingriff anbieten, da Probleme auch am Tag entstehen können und die Klammern nur nachts getragen werden können.

Schnarch-Kissen

Es gibt spezielle Kissen, die die Lage des Kopfes verändern und somit das Entstehen des Schnarchens verhindern können. Es gibt verschiedene Kissen – schauen Sie sich einfach online oder in Fachgeschäften um, damit Sie das passende für Ihre Bedürfnisse finden.

Rückenlageverhinderungsweste

Wenn Schnarchen vor allem in der Rückenlage auftritt, sollte diese natürlich vermieden werden. Da es aber schwer sein kann, seine gewohnte Schlafposition zu ändern, gibt es spezielle Westen, die man sich kaufen kann. Sie haben in der Rückenpartie einen Buckel eingenäht, wodurch das Schlafen darauf nicht möglich ist. Wem eine solche Weste zu teuer ist, kann auch in ein altes T-Shirt einen Tennisball einnähen oder anderweitig kreativ werden, um die Rückenlage zu vermeiden.

Letzte Instanz: Professionelle Hilfe

Wenn alle Tricks und Gewohnheitsänderungen nichts bringen, hilft nur der Weg zum Arzt. Er kann mit Ihnen Behandlungsmethoden besprechen und Ihnen helfen, die lästige Geräuschs- und Gesundheitsbelastung loszuwerden. Denn ein Leben ohne Schnarchen erfreut nicht nur Ihren Partner oder Ihre Partnerin, sondern gibt Ihnen auch ein Plus an Lebensqualität am Tag.