Unser Schlaf verläuft in Zyklen von mehreren Phasen, die jeweils bestimmte Rollen für unsere körperliche und mentale Erholung spielen. Obwohl die Funktionen des Schlafs nicht vollständig aufgeklärt sind, ist gesichert, dass Schlaf für Menschen und viele Tierarten überlebensnotwendig ist.

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen REM-Schlaf und Non-REM-Schlaf. Der Begriff „REM“ leitet sich vom englischen „Rapid Eye Movement“, zu Deutsch „Schnelle Augenbewegungen“, ab, die in dieser Schlafphase bei geschlossenen Augenlidern auftreten. Der REM-Schlaf wird auch Traumschlaf genannt, da in dieser Phase vermehrt geträumt wird.

Die Schlafphasen

Der Schlaf wird allgemein in vier Phasen unterteilt: Drei Non-REM-Schlafphasen und eine REM Schlafphase. Die Phasen des Non-REM Schlafs sind zwei Leichtschlafphasen, N1 und N2, und eine Tiefschlafphase, N3. Diese Klassifikation wurde 2007 in einer Veröffentlichung der American Academy of Sleep Medicine vorgestellt. Vor 2007 wurde der Tiefschlaf ebenfalls noch in zwei Phasen unterteilt.

Der Schlafzyklus

Unser Schlaf folgt einem bestimmten Zyklus: Einschlafphase, leichter Schlaf, Tiefschlaf und dann, 60 bis 90 Minuten nach dem Einschlafen, eine erste REM-Schlafphase. Der Zyklus wiederholt sich mehrmals pro Nacht, wobei die REM-Schlafphasen sich im Laufe der Nacht verlängern, um eine Dauer von bis zu einer Stunde zu erreichen. Während einer 8-stündigen Nachtruhe durchlaufen wir ca. 4-5 Schlafzyklen.

N1 – Einschlafphase

Die Einschlafphase ist ein Übergangszustand zwischen Wachsein und Schlafen, in der der Körper zur Ruhe kommt. Atmung und Puls werden gleichmäßiger, wobei die Muskeln sich entspannen. Im EEG (Messung der Hirnstromaktivität) zeigt sich eine Verlangsamung der Hirnströme. Wenn unser Gehirn so entspannt ist, dass wir leise Geräusche oder sanfte Berührungen nicht mehr wahrnehmen, sind wir eingeschlafen.

N2 – Leichtschlaf

Nach dem Einschlafen gehen wir in das Stadium des Leichtschlafes über. In dieser Phase lässt die Muskelspannung noch weiter nach, ebenso verlangsamen sich die Atmung und der Herzschlag. Mitunter kommt es zu unwillkürlichen Zuckungen einzelner Körperteile, da das Gehirn und die Muskeln unterschiedlich schnell zur Ruhe kommen. Während das Gehirn vielleicht schon „schläft“, kann die Muskulatur noch aktiv sein.

N3 – Tiefschlaf

Die Tiefschlafphase, in der der Blutdruck sinkt, der Herzschlag langsamer wird und die Körpertemperatur am niedrigsten ist, ist eine regenerative Phase, die hauptsächlich der körperlichen Erholung dient. Der Körper heilt und „repariert“ sich sozusagen. Dies ist auch die Zeit, in der es am schwierigsten ist, einen Schläfer aufzuwecken.

R – REM-Schlaf

In dieser Phase bewegen sich die Augen sehr schnell und das Gehirn ist überaus aktiv. In dieser Phase wird besonders intensiv und viel geträumt, die Arme und Beine hingegen sind zeitweilig gelähmt, was auf eine allgemeine Entspannung der Muskulatur zurückzuführen ist. Dies soll vermutlich verhindern, dass der oder die Schlafende seine Träume zu stark auslebt und sich womöglich verletzt.

Da das Gehirn während des REM-Schlafs stark durchblutet ist und seine Aktivität der im Wachzustand ähnelt, scheint der REM-Schlaf vor allem der Erholung des Nervensystems und der Psyche zu dienen.

Üblicherweise nimmt im Laufe der Nacht die Länge der REM-Schlafphasen zu, wobei die Tiefschlafphasen kürzer werden. Die längste REM-Schlafphase findet kurz vor dem Morgen gegen Ende des fünften Schlafzyklus der Nacht statt. Erwachsene verbringen drei Fünftel der Nacht in leichtem Schlaf, ein Fünftel im Tiefschlaf und ein weiteres Fünftel im REM- Schlaf. Babys und Kinder brauchen mehr Schlaf als Erwachsene und verbringen viel mehr ihrer Schlafzeit im REM-Schlaf.

Wissenschaftliche Informationen über die Schlafphasen und ihre Messung finden Sie auf der Webseite des Schlafmedizinischen Zentrums München, hier: https://www.schlafzentrum.med.tum.de/index.php/page/normaler-schlaf