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Schlafapnoe in San Francisco PDF Drucken E-Mail

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Risiken der Schlafapnoe: Herzinfarkt, Diabetes und Verkehrsunfälle

San Francisco – Die obstruktive Schlafapnoe (OSA) verhindert nicht nur einen erholsamen Schlaf. Sie macht die übermüdeten Menschen auch zu einem Verkehrrisiko und greift auf Dauer die Gesundheit an. Das zeigen mehrere Studien, die auf der Jahrestagung der American Thoracic Society in San Francisco vorgestellt wurden.

Maßstab für den Schweregrad der OSA ist der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI). Er beschreibt die Anzahl an Atemstillständen und Perioden deutlich verminderter Atemtiefe in der Stunde. Der AHI wird während der Polysomnografie ermittelt. Alan Mulgrew vom Sleep Disorders Program der Universität Vancouver in Kanada hat 800 Schlaflaborpatienten nach Verkehrsunfällen in den vorhergehenden drei Jahren befragt. Mit 250 Autounfällen lag die Rate der OSA-Patienten doppelt so hoch wie bei einer Vergleichsgruppe von Personen ohne OSA, die 125 Autounfälle angaben.

Mulgrew konnte zudem zeigen, dass das Unfallrisiko mit dem AHI korreliert. Je häufiger die Sauerstoffversorgung im Hirn infolge der aussetzenden Atmung unterbrochen wurde, desto mehr unfallgefährdet waren die Patienten. Eine erhöhte Unfallgefahr bestand bereits bei einem AHI von 0-5, der eine milde Form der AHI anzeigt. Zwar war das Verletzungsrisiko bei den Unfällen hier geringer als bei den Patienten mit einer AHI von 30 oder mehr, die eine schwere OSA anzeigt. Doch eine Gefährdung für die eigene Gesundheit und die anderer Verkehrsteilnehmer besteht zweifellos. Es gibt aber bislang keine Erkenntnisse darüber, ob eine Therapie das Unfallrisiko senkt.

Das Unfallrisiko lässt sich leicht auf die Übermüdung nach einem nicht erholsamen Schlaf zurückführen. Schwerer zu erklären sind die Auswirkungen auf internistische Erkrankungen. Bekannt ist aber, dass bei Patienten mit OSA häufig eine Insulinresistenz vorliegt und zwar auch bei jenen (wenigen) OSA-Patienten, die nicht übergewichtig sind. Nader Botros von der Yale University in New Haven hat 593 Patienten, die zwischen 2000 und 2005 im Schlaflabor polysomnografisch untersucht wurden, im Durchschnitt 4,6 Jahren nachbeobachtet. Während dieser Zeit erkrankten Patienten mit schwerer OSA (AHI >7) mehr als doppelt so häufig an einem Typ-2-Diabetes mellitus wie Patienten mit leichterem PSA (AHI 1-7; Hazard Ratio 2,68; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,13-6,37). Dieses Risiko bestand unabhängig vom Übergewicht oder von Alter und Geschlecht der Patienten.

Insulinresistenz und Adipositas vieler Patienten sind Teil des metabolischen Syndroms, das die Atherosklerose begünstigt. Es wundert deshalb nicht, dass Menschen mit OSA ein erhöhtes Herzinfarktrisiko haben, wie Neomi Shah, ebenfalls von der Yale Universität, herausgefunden hat. Shah berichtet, ebenfalls in einer prospektiv beobachteten Kohorte, über ein um 45 Prozent erhöhtes Risiko auf eine klinisch manifeste koronare Herzkrankheit (KHK) oder einen Todesfall (Hazard Ratio 1,45; 1,12-1,88) für die Patienten mit schwerer OSA (AHI >15). Nach Berücksichtigung der bekannten KHK-Risikofaktoren sinkt die Hazard Ratio zwar auf 1,30, ist bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 1,01-1,69 aber immer noch signifikant. Neben den metabolischen Veränderungen führt Frau Schah das Risiko auch auf die vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen zurück, die durch die allnächtlich wiederholten Apnoe-Attacken ausgelöst wird. Diese steigern den Blutdruck und fordern vom Herzen eine Mehrarbeit gerade zu einer Zeit, in der es vermindert mit Sauerstoff versorgt wird.

Die meisten Patienten mit OSA sind zwar männlich. Wenn aber Frauen erkranken, dann kann dies im Fall einer Schwangerschaft zu Gestationsdiabetes und Schwangerschaftshypertonie führen, wie Hatim Youssef von der Robert Wood Johnson Universität in Piscataway, New Jersey, berichtete. Youssef hat die Daten von fast 4 Millionen Schwangerschaften in den USA ausgewertet. In den Akten wurden bei 452 Frauen eine OSA erwähnt, die damit bei den jungen Schwangeren insgesamt selten ist. Bemerkenswert ist jedoch ein mehr als dreifach erhöhtes Risiko auf einen Gestationsdiabetes (Odds Ratio 3,47;1,96-6,18). Auch nach Berücksichtigung der Adipositas war das Risiko noch deutlich erhöht (Odds Ratio 2,29; 1,27-4,14). Von den etwa 300.000 Schwangeren, die eine Schwangerschaftshypertonie entwickelten, hatten 166 eine OSA. Youssef ermittelt hier eine Odds Ratio von 6,59 (4,33-10,03), nach Berücksichtigung der Adipositas waren es immer noch 4,24 (2,71-6,65). © rme/aerzteblatt.de

Quelle: aerzteblatt-studieren.de 

 

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