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Medizinische Begriffe verständlich erklärt PDF Drucken E-Mail
Medizinische Begriffe verständlich erklärt.

Dieses Lexikon beinhaltet spezielle medizinische Begriffe, die in der Schlafmedizin verwendet werden und bietet Ihnen im Überblick jeweils eine kurze, verständliche Beschreibung des jeweiligen Fachbegriffs. Es erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sollten Sie einen Begriff aus der Schlafmedizin vermissen, so senden Sie uns bitte eine E-Mail. Vielen Dank.
Wir werden dieses Lexikon regelmässig ergänzen.

Adenoide: Wucherungen in der Nase (Polypen), führen zur Behinderung der Nasenatmung, v. a. aber nicht ausschließlich bei Kindern

Apnoe: Atemaussetzer

Arousel: Weckreaktion. Beinhaltet in der Schlafmedizin jede Veränderung der Schlaftiefe von einem Schlafstadium in ein oberflächlicheres Schlafstadium welche bedingt ist durch ein unerwünschtes Schlafstörendes Ereignis

Beruhigungsmittel: i. d. R. Benzodiazepinpräparate. VORSICHT: Bei allgemein guter Verträglichkeit Gefahr der Sucht/Gewöhnung

biPAP (bilevel positive airway pressure) Beatumung mit bei Ein- und Ausatmung unterschiedlichem positivem Druck über Nasen- bzw. Mund-Nasen-Maske

Chronic fatigue Syndrome (CSF): mit definierten Störungen einhergehende chronische Müdigkeit, möglicherweise durch eine Funktionsstörung des Immunsystems bedingt. Umstrittenes Syndrom, wird nicht wiederspruchslos als Krankheit anerkannt

EEG: Elektroenzephalogramm: Aufzeichnung der elektrischen Tätigkeit des Gehirns (in der Schlafmedizin unabdingbar zur Bestimmung der Schlafstadien

EKG: Elektrokardiographie: Aufzeichnung der elektrischen Tätigkeit des Herzens

EMG: Elektromyographie: Aufzeichnung der elektrischen Aktivität der Muskulatur

EOG: Elektrookulographie: Aufzeichnung der Augenbewegungen: in der Schlafmedizin unabdingbar zur Bestimmung des Traumschlafes, zusammen mit der Aufzeichnung des EEG's

Fibromyalgiesyndrom (FMS) Schmerzen stellen ein Leitsymtom dar, gefordert wird eine definitive Art der Schmerzen, möglicherweise bedingt durch eine Funktionssörung des Immunsystems. Wird nicht widerspruchslos als Krankheit anerkannt

Flow: englisches Wort für den Fluss eines Gases, in der Schlafmedizin z. B. Luftfluss an Nase und Mund

Hirnstamm: Bereich des Nervensystems gelegen zwischen dem Gehirn und dem Rückenmark

Hypnotika: Schlafmittel

Hypersomnie: vermehrter Schlaf / vermehrtes Schlafbedürfnis

Hypnagoge Halluzinationen: Trugwahrnehmungen im Übergangszustand zwischen Wachheit und Schlaf

Immunsystem: Das Immunsystem dient der Abwehr des Körpers gegenüber Krankheitserregern. Störungen des Immunsystems führen zu verminderter Widerstandskraft gegenüber Infektionen, können aber auch zu eigenständigen Krankheiten führen welche dann ohne dass Erreger den Organismus angrefien, auftreten (Autoimmunkrankheiten).

Kapnographie: Bestimmung des Kohlendioxidgehaltes (CO2) in der Ausatmungsluft mit Aufzeichnung

Kataplexie: unwillkürlicher Verlust der Muskelspannung mit folgendem Sturz oder zumindest Zusammensacken bei Erschrecken, Husten oder Lachen

Larynx: Rachen

MSLT: siehe Multipler Schlaf-Latenz-Test

Multipler Schlaf-Latenz-Test (multiple sleep latency test): unter den Ableitebedingungen der Polysomnographie dient der Test der Bestimmung der Zeit bis zum Einschlafen und der Zeit bis zum Auftreten des ersten Traumschlafes (REM-Schlaf-Latenz), der Patient wird aufgefordert zu entspannen, in der Erwartung, dass er einschläft.

Multipler Wachbleibe-Test (maintenance of wakefullness test): unter den Ableitebedingungen der Polysomnographie dient der Test der Bestimmung der Zeit bis zum Einschlafen und der Zeit bis zum Auftreten des ersten Traumschlafes (REM-Schlaf-Latzenz). Der Patient wird aufgefordert während des Tests unbedingt wach zu bleiben.

Mundflow: Luftfluss an Mund

MWLT: siehe Multipler Wachbleibe-Test

Narkolepsie: plötzliches, nicht kontrollierbares Einschlafen, in der Regel bei gestörtem Nachtschlaf mit den Begleitphänomenen der Kataplexie, der Wachanfälle und der hypnagogen Halluzinationen

Nasenflow: Luftfluss an der Nase

nCPAP (nasale continuous positive airway pressure): Beatumung mit kontinuierlichem positivem Druck über eine Nasen-, ggf. Mund-Nasen-Maske

Obstruktive Apnoe: Atemaussetzer mit Verlegung der Atemwege durch z. B. das Gaumensegel, das Zäpfchen (Uvula), die Zunge (v. a. bei Verdickung des Zungengrundes), z. T. zusätzliche Behinderung der Nasenatmung bei Verdickung der Nasenscheidewand oder anderer Strukturen der Nasenhöhle (Nasenmuscheln) oder durch die s. g. Polypen (Adenoide). Immer spielt auch eine zentrale Apnoe eine Rolle.

OSAS: obstruktives Schlaf-Apnoe-Syndrom

Ösophagus: Speiseröhre

Ösophagusmanometrie: Messen des Druckes in der Speiseröhre

Oxymetrie: Aufzeichnung der Sauerstoffspannung im Blut

Palato...: Wortteil im medizinischen Gebrauch, bezeichnet den Gaumen.

Parasomnie: der Begriff bezeichnet eine Reihe von Störungen/Erkrankungen welche mit unerwünschten im Schlaf auftretenden Symptomen einhergehen. Hierzu gehören Schlafwandeln, Schlaftrunkenheit, Pavor Nocturnus (nächtliche abnorme Angst), Reden im Schlaf; Alpträume, Schlaflähmung, hypnagoge Halluzinationen, Asystolie (Aussetzen der Herztätigkeit) im Schlaf, schmerzhafte Erektionsstörungen im Schlaf

Periodic leg movements (PLM): siehe periodische Beinbewegungen

Peririodic leg movements in sleep (PLMS): siehe periodische Beinbewegungen

Peridic leg movements while awake (PLMWA): siehe periodische Beinbewegungen

Periodic limb movements (PLM): siehe periodische Beinbewegungen

Periodic limb movements in sleep (PLMS) siehe periodische Beinbewegungen

Periodic limb movements while awake (PLMWA): siehe periodische Beinbewegungen

Periodische Beinbewegungen: periodische oder besser pseudoperiodische (weil nicht ganz regelmäßig periodisch) Bewegungen der Beine oder grundsätzlich der Extremitäten (= limbs: Arme, Beine oder Arme und Beine) sind nicht willkürliche , manchmal auch unbewußte Bewegungen. Sie treten im Schlaf (in sleep), manchmal auch im Wachzustand (while awake) auf. Sie sind Bestandteil des Restless legs Syndroms (RLS), sie können aber auch ohne die klinischen Symptome des RLS auftreten. Sie sind klinisch unbedeutend wenn es im Rahmen der Bewegungen nicht zu Weckreaktionen kommt (wird über das EEG festgestellt). Führen sie zu Weckreaktionen so können sie durch die Störung der Schlafzyklik zu den Symptomen der Tagesmüdigkeit und des Unausgeschlafenseins führen und bedürfen der Behandlung

Pharynx: Rachen, Schlund

pH-Metrie: Messen des Säuregehaltes des Magensaftes

Polysomnographie: Registrierung von Körperfunktionen im Schlaf über angebrachte Elektroden, Registrierbänder, Mikrophon und Sauerstoff- (ggf. Kohlendioxid-) Mess-Sonde.

Kleine Polysomnographie: Registrierung i.d.R. von Schnarchgeräuschen, Sauerstoffsättigung im Blut, Bewegungen von Brustkorb und Bauch sowie der Herzfrequenz, gelegentlich noch ergänzt durch Registrierung der Bewegungen von Beine und Arm.

Grosse Polysomnographie: zusätzlich zu den Funktionen, welche bei der kleinen Polysomnographie untersucht werden, wird hierbei der Schlaf registriert über EEG (Hirnstromkurve) und EOG (Registrierung der Augenbewegungen), immer wird ein EMG (Registrierung der Muskeltätigkeit) mit abgeleitet (wobei mindestens das EMG beider Beine und das EMG der Kinnmuskulatur registriert werden sollten), die Herztätigkeit wird nicht nur in der Frequenz sondern als komplettes EKG überwacht, über Fühler werden der Luftfluss an der Nase und am Mund aufgezeichnet. Bei speziellen Fragestellungen können weitere Körperfunktionen mit überwacht werden (z.B. der Druck in der Speiseröhre, die Erektion im Schlaf, die Säureproduktion des Magens im Schlaf und ein evtl. Reflux (Zurückfliessen von saurem Magensaft in die Speiseröhre)

PST: siehe Pupillographischer Schläfrigkeitstest

Psychopharmaka: im engeren Sinne handelt es sich um Antidepressiva (Medikamente gegen Depression) und Neuroleptika (Medikamente gegen Psychosen). Im weiteren Sinne sind auch die Beruhigungsmittel eingeschlossen.

Pupillographischer Schlafrigkeitstest (PST): dient der Bestimmung der Vigilanz (Wachheit) über eine objektive Messung der Pupillenweite in einem abgedunkelten Raum über einen definierten Zeitraum hin

Reflux: Zurückfließen (bezeichnet das Zurückfließen von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre bei Störung des Verschlusses des Mageneinganges, des Magenpförtners - führt zu Schmerzen die den Schlaf beeinträchtigen können)

Restless-legs-Syndrom (RLS): Syndrom der unruhigen Beine

Rhonchopathie: krankhaftes Schnarchen

Schlaf-Apnoe: an den Schlaf gekoppelte Atemaussetzer

Schlaflähmung: Unfähigkeit sich zu bewegen bei dem Gefühl, aus dem Schlaf heraus wachgeworden zu sein (der Körper schläft sozusagen noch, während der Geist schon wach ist - Dissoziation zwischen Motorik und Bewußtsein)

Schlafmittel: Medikamente unterschiedlicher chemischer Herkunft. Vorsicht! Gefahr der Gewöhnung/Sucht bei regelmäßigem und längerem Gebrauch. Die Gefahr ist unterschiedlich für die einzelnen Substanzen, neuere Schlafmittel sind besser verträglich, können aber immer noch zur Abhängigkeit führen

Schlafstadien: Der Schlaf ist nicht statisch sondern dynamisch. Die einzelnen Schlafstadien werden über Veränderungen des EEG (Hirnstromkurve - siehe dort) bestimmt. Man unterscheidet: Wachzustand, Ermüdungsstadium, oberflächlichen Schlaf, mitteltiefen Schlaf, Tiefschlaf und Traumschlaf

Schlafzyklus/Schlafzyklen: gesunder Schlaf setzt sich, altersabhängig aus unterschiedlich langen Phasen von einzelnen Schlafstadien zusammen. Diese Phasen werden mehrfach pro Nacht durchlaufen. Eine Phase mit den einzelnen Stadien stellt eine Zyklus dar. In der Regel finden 4-5 Zyklen pro Nacht statt.

SBAS: Schlafbezogene Atemstörung

Sedativa: siehe Beruhigungsmittel

Septum: Scheidewand (z.B.Nasenseptum)

Trachea: Luftröhre

UPPP: Uvula-Palatino-Pharyngo-Plastik: Operation mit Verkürzung des Zäpchens (Uvula), Straffung des weichen Gaumens (Palatinum) und des Schlundes (Pharynx), ggf. ergänzt durch Entfernung der Mandeln, Nasenscheidewandoperation oder Kappen der Nasenmuschel und falls erforderlich Verkleinerung des Zungengrundes

Uvula: Zäpfchen

Wachanfall: Bei wachem Bewußtsein schläft sozusagen der restliche Körper noch, Zustand tritt plötzlich aus dem Schlaf heraus auf, dauert in der Regel nur kurz, auch wenn der Patient hierfür ein wesentlich längeres Zeitempfinden hat

Zentrale Apnoe: Atemaussetzer bedingt durch eine Störung der Regulation im Bereich des Atemzentrums im Hirnstamm

ZSAS: zentrales Schlaf-Apnoe-Syndrom

Mit freundlicher Genehmigung © 2005 Schlafmedizinisches Zentrum Mönchengladbach.

 


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